URLAUBSANFRAGE

Fragen Sie unverbindlich Ihren Urlaub an, wir schicken Ihnen ein kostenloses Angebot:

  Kalender
spacer
  Kalender

 

Altbauer Simon erzählt:

Harte Zeiten und viel Glück im Unglück im Jänner 1954.

Wer nicht alle Dialektausdrücke erfasst, der fragt am Besten direkt bei einem Besuch Opa Simon nach.

 

 

Ein unvergesslicher Tag

Der 12. Jänner 1954

Als kleiner Bergbauer musste ich mich auch im Winter um eine Arbeit umsehen und so habe ich die Möglichkeit bekommen, bei den ÖBf als Holzzieher zu arbeiten. Damals vom Huabwald. Es war eine harte Arbeit. Damals war ich noch jung und habe es gerne getan. Um 5 Uhr gingen wir immer in Huab weg. Wir waren zweieinhalb Stunden mit dem Holzschlitten unterwegs bis hinauf, wo wir die Holzfuhren aufgeladen haben.

 

Anfang Jänner hatte es noch ziemlich wenig Schnee, aber es kam bald anders. Am Samstag, dem 10. Jänner hat es ordentlich angefangen zum Schneien und am Sonntag bis in die Nacht. Am Montag um halb fünf Uhr musste ich weggehen, um um fünf Uhr in Huab zu sein. Es hat noch immer stark geschneit. Ich hatte ein sonderbares Gefühl. Als ich herunterkam zum Ellmauweg, habe ich gesehen, dass noch niemand unterwegs war. Was sollte ich jetzt machen? Ich habe mich ganz nahe zur Felswand gestellt, da konnte mir nichts passieren. Da kam schon gleich ein Licht um die Reit, der Palfen Sepp mit einer Sturmlaterne, der auch bei den ÖBf als Holzzieher arbeitete.

 

Im Ort drunten haben wir die Holzknechte getroffen. So lange das Wetter nicht ruhig wurde, konnten wir nicht hinaufgehen. Morgen, so hofften wir, würde das Wetter besser werden. Wir mussten sowieso den ganzen Weg ausschaufeln. Die Holzknechte, die hier in der Nähe und im Ort wohnten, gingen nach Hause. Sepp und ich haben gewartet, bis es hell wurde. Am Ortsende Richtung Huab haben wir uns bei einem Haus zur Wand hingestellt. Es war so ruhig, kein Mensch war sonst unterwegs. Mit der Zeit ist dort und da in den Häusern Licht eingeschaltet worden und die Leute sind aufgestanden. In dem Moment hörten wir ein dumpfes Geräusch nahe von uns. Bei dem Nachbarhaus kam ein Rauchstoß aus dem Kamin. Das musste eine Lawine gewesen sein! Wir eilten zu dem Haus. Die Eingangstür war eingedrückt. Genauso die Tür in die Küche und in ein Schlafzimmer, das auch bewohnt war. Derjenige stand im Hemd auf dem Schnee im Bett. Selbstverständlich haben wir sofort Hilfe geleistet. Inzwischen ist es dann ordentlich Tag geworden, so machten wir uns auf den Heimweg. Am anderen Ortsende, Richtung Ellmau, war auch eine Lawine über die Straße. Unterhalb der Straße stand ein Einfamilienhaus bis zum Küchenfenster im Schnee. Aber sonst ist nichts passiert. Nahe vom Ellmauweg stand ein alter Futterstall. Oberhalb befand sich ein zum größten Teil sehr steiles Grundstück, das vom Sepp Seer (im Volksmund "Schöpp Sepp") bewirtschaftet wurde. Das Futter reichte für eine Kuh und für eine Ziege, die er auch in dem alten Futterstall untergebracht hatte. Als wir hier näher kamen, sahen wir, dass der Sepp den Weg zum Stall freigemacht hatte und schon oberhalb vom Stall mit dem Schneeschaufeln beschäftigt war. Sein Vater, der Martin, und das sechsjährige Lisei waren bei ihm. Hier angekommen, begegnete uns unterhalb vom Stall ein Bauernsohn mit Namen Hias. Wir hatten noch keine Minute miteinander geredet, da kam das Schreckliche. Die Lawine. Das Stallgebäude kullerzte. Alles, was neben dem Stall gelagert war, und die Schneemassen kamen bei uns beiderseits vorbei. Gott sei Dank hat der alte Futterstall standgehalten. Und jetzt: Wo war der Sepp? Er hatte sich bei der Zimaschrot festgehalten. Er war ein starker, kräftiger Mann und bis über den Bauch im Schnee verschüttet. Das Zimator war eingedrückt. Der Hut vom Martin war ganz vorne unter dem Dach oben. Der Vater von Sepp und das Lisei waren aber nicht mehr zu sehen. Alles war unter dem Schnee. Genauso das ganze Werkzeug. Wir eilten zum Wohnhaus, dort fanden wir ein paar Gartenschaufeln. Dem Martin haben wir bald gefunden und ausgegraben. Aber das sechs Jahre alte Dirndl war dann erst unter Martins Füßen. So waren wir doch wieder erleichtert, weil wir zwei Leben retten konnten. Der Hias nahm das Dirndl und trug es in die Wohnung. Wir haben uns dort mit der Familie zusammen-gesetzt und ein paar Schnapsl getrunken. Sie waren uns sehr dankbar für unsere Hilfe. Mein Arbeitskollege und ich machten uns wieder auf den Heimweg. Dem Sepp war nicht ganz gut zumute. "Sima", sagte er, "könnte ich heute bei euch bleiben, weil bis zu mir nach Hause sind es noch einige gefährliche Stellen." So machten wir uns auf den Weg zu mir nach Hause. Aber es gab noch eine gefährliche Stelle, bei der die Lawine noch nicht heruntergekommen war. Da konnten wir nicht durchgehen. Wir mussten über den Ellmaubach auf die andere Seite. Das war aber nicht so einfach. Aber wir haben es geschafft. Nur langsam kamen wir vorwärts, bergauf im tiefen Schnee. Der Lawinenhang blieb auch nicht unbeobachtet. Wir waren schon fast daheim, da fiel Schnee von einem Baum, und die Lawine ging los, es kam aber niemand zu Schaden. Als Nachsatz möchte ich noch bemerken: Es hat in diesen Tagen so viel geschneit, dass zwölf Mann drei Tage Schnee geschaufelt haben, bis der Holzweg und ein wenig vom Holz frei war. Der Hias als Lebensretter hat ein Alibi bekommen. Ihm war damals eine Wilderergeschichte anhängig. Und das Lisei ist auch schon über 40 Jahre glücklich verheiratet.


 

» zurück nach oben

NEUIGKEITEN

In der Osterwoche ab dem 31. März '18 die Schi anschnallen?

Frühlingsonne und Firnschnee.

Es gibt noch gemütliche Wohnungen -

Sie sind uns herzlich Willkommen!

 

 

 

 

LEBENSWEISHEITEN

Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zuviel Zeit, die wir nicht nutzen.
(Lucius Annaeus Seneca)

 

 

WANDERKARTE

Erkunden Sie die Wanderwege rund um den Pfandlinghof auf der interaktiven Karte!

Jetzt ansehen

 

 

 

 

 

Salzburg - Feel the InspirationBäuerlicher Gästering Großarltal


Großarltal - Urlaub am Bauernhof Urlaub am Bauernhof 4 Blumen

 

 

© IMPULS Werbeagentur

 

 

Pfandlinghof
Urlaub auf dem Bauernhof in Grossarl


Familie Ammerer - A-5611 Großarl 51 - Tel. +43 (0)6414 / 420 - E-Mail senden